Die Deschampsia cespitosa ist ein besonderer Fall: Kommst du ein bisschen zu spät zum Abschneiden der Blüten, kannst du gespannt sein, wo sie überall aufgeht. Trotzdem: Die Rasen-Schmiele ist so ein anspruchsloses und "luftiges" Gras, dass sie jedes Beet mit den richtigen Standort-Voraussetzungen bereichert.
"Standort-Voraussetzungen" heißt bei der Deschampsia cespitosa, dass Ihnen eine breite Palette an möglichen Pflanzplätzen zur Verfügung steht. Bevorzugt steht sie jedoch feuchter – es darf gern etwas sumpfig sein – und wechselfeuchte Plätze sagen ihr ebenfalls zu. Am Teich könnte es ihr deshalb gut gefallen, aber dieses "Risiko" sollten Sie nur eingehen, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie nie den rechtzeitigen Rückschnitt der verblühten Blütenstände vergessen – zum Schutz vor Selbstaussaat (und wegen der schöneren Optik). Ist es im Beet schon schwierig genug, unerwünschte Sämlinge zu entfernen (die blöderweise oft mitten im Horst anderer Pflanzen wachsen), so ist dieses Unterfangen am und im Teich nahezu unmöglich, ohne den manchmal recht empfindlichen Sumpf- und Wasserpflanzen schwerwiegende Schäden zuzufügen.
Deschampsia cespitosa (Rasen-Schmiele) im frühen Herbst
Mit schwierigen Bodenverhältnissen kommt die Rasen-Schmiele ebenfalls zurecht und sie und ihre Sorten halten Wurzeldruck von Gehölzen aus. Gut für alle, die sich zum Beispiel mit verdichteten Böden herumärgern müssen. Stickstoffarme Substrate sind für Deschampsia cespitosa ebenso kein Problem.
Wer sich so überreich selbst aussät, kommt freilich nicht in die Verlegenheit, als gefährdete Art eingestuft zu werden. Das einheimische Gras kommt in Deutschland (und praktisch in ganz Europa) fast flächendeckend in der Natur vor, lediglich in Süddeutschland fehlt es gebietsweise (Stand Februar 2025).
'Palava' – diese Sorte ist steril
Vermehrt wird die Rasen-Schmiele durch Teilung der Horste (Deschampsia cespitosa wuchert nicht!) oder – wen wundert's – durch Aussaat. Bei Sorten kommt nur Teilung infrage. Sorten würde ich bei Deschampsia cespitosa für den Garten sogar den Vorzug geben; sie überzeugen in erster Linie mit dichteren und kräftiger gefärbten Blütenrispen. Sehen Sie sich nach den alten Sorten 'Bronzeschleier' und 'Tauträger' von Karl Foerster um, die gehören noch heute zu den schönsten! Ein guter Tipp ist zudem 'Palava', eine recht neue Sorte mit dem unschätzbaren Vorteil, dass sie – weitgehend – steril ist und sich ergo so gut wie nicht aussät!
Als duftig-leichtes, fast schon "verspieltes" Ziergras wirkt die Rasen-Schmiele zur Blütezeit im Sommer auflockernd neben Rudbeckien (Sonnenhut) oder Monarda (Indianernessel) zum Beispiel. Im Hintergrund halbhoher Blütenstauden ist sie in jedem sonnigen bis halbschattigen Staudenbeet ein Highlight. Hauptsache, die Pflanzen sind gut erreichbar, um Verblühtes zumindest bei der Art zum Schutz vor Selbstaussaat entfernen zu können. Bei den Sorten hingegen besteht in puncto Selbstaussaat offenbar noch Klärungsbedarf.
Ein kompletter, bodennaher Rückschnitt erfolgt bei Art und Sorten erst im Frühling, je nach Witterung ab Anfang März; eine kleine Staudensichel ist dafür ideal.
Wuchshöhe: | 60-100 cm |
Farbe Blütenstand: | grünlich bis bräunlich |
Blütezeit: | Juni, Juli |
Lichtverhältnisse: | sonnig-halbschattig |
Bodenverhältnisse: | frisch-nass |
Verwendung: | Schnittpflanze |
Hinweis: | tief wurzelnd; gelbe Herbstfärbung; reichliche Selbstaussaat |