Sedum hispanicum var. minus (Spanischer Mauerpfeffer) im Spätwinter
Beim Artnamen "hispanicum" einer Pflanze denkt man ja sofort an Spanien, respektive die Pyrenäen-Halbinsel, und schon schrillen ganz automatisch die Alarmglocken: Ist die denn überhaupt bei uns winterhart? Nun, diese Frage zu beantworten, ist etwas kompliziert. Von der Herkunft lässt sich bei der Blaugrünen Fetthenne nämlich nicht so einfach auf die Winterhärte schließen, denn ihr Ursprung scheint nicht endgültig geklärt zu sein. Während sich ein Teil der Botaniker aus dem Fenster lehnt und die Heimat dieses Sedum einigermaßen konkret mit Alpen sowie Ost-Europa bis in den nahen Osten angibt, hält sich der andere Teil bedeckt und spricht (schreibt) von unbekannter Herkunft. Schwierig, vor allem weil man ja nicht mehr genau weiß, wie der Artname dazumal zustande kam.
Sedum hispanicum var. minus (Spanischer Mauerpfeffer) im Aufblühen
Die veröffentlichten Angaben zur Winterhärtezone der Blaugrünen Fetthenne differieren ebenfalls, aber dazu habe ich Erfahrungswerte: Z 8 (‑12,3 bis ‑6,7 °C) stimmt jedenfalls nicht, sonst hätte ich Sedum hispanicum var. minus schon nicht mehr im Garten. Z 7, bis ‑17,8 °C, dagegen haut auf jeden Fall hin und damit kommen wir doch in den meisten Gegenden Deutschlands zurecht. Ob's der Spanische Mauerpfeffer auch kälter verträgt, muss man einfach ausprobieren, denn dass man die Pflanze nach einem kälteren Winter auf Nimmerwiedersehen verloren hat, ist unwahrscheinlich. Selbst wenn es die Pflanze im Winter dahinrafft, sorgen Sämlinge dafür, dass "Nachschub" kommt – vorausgesetzt, die Samen durften nach der Blüte ausreifen und Verblühtes wurde nicht aus optischen Gründen zu früh entfernt. An Blüten mangelt es beim Spanischen Mauerpfeffer nämlich nicht; er blüht weder selten noch wenig (wie oft angegeben), sondern regelmäßig, zuverlässig und reich.
Die einzige (Pflege-)
Sedum hispanicum var. minus (Spanischer Mauerpfeffer) verblüht
Beim Entfernen von Verblühtem wird Sedum hispanicum var. minus automatisch vermehrt, denn es lässt sich nicht vermeiden, dass auch vegetative (nicht blühende) Triebe herausgerissen werden, die – wo sie hinfallen – wurzeln und zu einer neuen Pflanze werden, und damit die Matten von innen "nachverdichten" oder die an anderer Stelle neu durchstarten. Sprossensaat nennt sich das bei den Gärtnern, und die ist mit ein Grund, dass immer wieder mal ein neuer Spanischer Mauerpfeffer im Garten auftaucht, wenn erst einmal ein Exemplar angesiedelt wurde. Irgendwo verliert man halt ein paar Blättchen oder Triebe/
Sedum hispanicum var. minus ist wüchsig, jedoch nicht aufdringlich. In größeren Steingärten ist es sicher ein Plätzchen wert, in einem kleinen hingegen wäre mir der Platz zu schade, zumal wegen der ach so leicht wurzelnden Triebe und Blätter. In (Trocken-)
Sedum hispanicum var. minus (Spanischer Mauerpfeffer) knospig
Weitere Einsatzmöglichkeiten sind der trockene, sonnige Gehölzsaum und frisch angelegte Beete, in denen er den Boden bedeckt, bis sich die umstehenden Pflanzen zu ihrer endgültigen Größe entwickelt haben. Die weißen Blüten an anfangs grünen, später rötlichen Stielen (die Blüten werden hauptsächlich von Bienen und Schwebfliegen bestäubt) der Blaugrünen Fetthenne sind zwar mit allen Blütenfarben kompatibel, ihr immergrünes Laub könnte sich jedoch mit anderen Laubfarben nicht vertragen – es ist während der Wachstumsphase im Frühjahr/
Letztlich ist für den Spanischen Mauerpfeffer aber gar nicht unbedingt ein Garten nötig, er wächst in Schalen und Töpfchen auf dem Balkon oder der Terrasse genauso. Die einzige Voraussetzung dafür ist ein guter Wasserabfluss in den Pflanzgefäßen.
Wuchshöhe: | 5-15 cm |
Blütenfarbe: | weiß |
Blütezeit: | (Mai) Juni (Juli) |
Lichtverhältnisse: | sonnig-halbschattig |
Bodenverhältnisse: | trocken |
Verwendung: | |
Hinweis: | immergrün |